01.04.2007

Teufelstisch

Der Zug aus Landau stoppt im Hinterweidenthal im Waisgau, über dem ein interessantes Naturspielzeug steht. Es ist eine Felsformation, die man direkt aus dem Bahnhof sieht und zu dem ein kurzer Fußweg führt. Es sieht einfach toll aus, weil aus manchen Blickwinkeln man denkt, dass der Schwerpunkt irgendwo in der Luft hängt. Von hier aus kann man dann weiter Richtung Süden zum Dahner Felsenland weiter laufen.

18.03.2007

Auf der Burg Landeck

Aus dem Dorf Klingenmünster, das sich auf der südlichen Weinstraße zwischen Landau und Bad Bergzabern befindet, kommt man zur Burg Landeck innerhalb von wenigen als zwanzig Minuten auf gut beschildertem und relativ steil steigendem Waldweg. Es gibt auch einen kostenlosen Parkplatz vor der Burg, da wir aber zu Fuß gekommen sind, weiß ich gar nicht, aus welcher Seite man mit dem Auto kommen kann.

Der Burghof scheint ständig frei zugänglich zu sein und hat neben vielen Bänken sogar eine Gaststätte und Toiletten. Für diejenigen, die sich an die "alten guten Zeiten" des Mittelalter erinnern möchten, steht dort auch ein Martergerät, in dem man das Kopf und die Hände des Märtyrers fixieren kann. Im einundzwanzigsten Jahrhundert war das Ding aber kaputt, oder besser gesagt, nur zur Dekoration geeignet.

Gegen einer freiwilligen Spende darf man auf Turm klettern. Die Sicht muss bei gutem Wetter wunderschön sein. In der westlichen Richtung sieht man die Hügel des Pfälzer Waldes, währen im Osten verbreitet sich die Rheinische Ebene bis nach Karlsruhe und Bruchsal.

Die Burg wurde Ende des Zwölftes Jahrhunderts gebaut, mehrmals seine Eigentümer gewechselt und fünf Jahrhunderten später zerstört. Seit mehr als hundert Jahren ist sie wieder rekonstruiert worden und gut erhalten geblieben.

10.03.2007

Wicklow Gap

Auf der Regionalstraße R756 zwischen Naas und Wicklow im Südosten des Landes fährt man über die Wicklow Mountains. Die Berge sind mit weniger als Tausend metern nicht besonders hoch, aber der Pass Wicklow Gap mit seinen 470 Metern erinnert schon ein bisschen an manche Alpenpässe.

Da es ein Moorregion ist, wegen des sauereres Bodens gibt es sehr wenige Bäume. Deswegen hat man ein Gefühl von einem voluminösen leeren Raum, in dem der Wind die höchsten Geschwindigkeiten erreichen kann.

Aus dem Parkingplatz führt im Moor ein markierter Wanderweg. Da muss man schon aufpassen, weil überall daneben liegen viele Wasserlachen mit sehr weichem Boden.

Hier war es auch zum ersten Mal, wo ich Radfahrer auf Rennrädern gesehen habe. Mit dem Tour-de-France-Begeisterung sind sie die Straße hoch gefahren trotz dem starken Gegenwind. Na ja, wenn es fast die einzige Möglichkeit sportlich Rad zu fahren in der Region mit schmalen kurvenreichen Regionalstraßen ist, dann ist man froh, wenn es auch hier eine Weile nicht regnet.

Nach ein paar Photos sind wir weiter Richtung Südosten nach Glendalough gefahren.

Schafstau bei Hollywood

Irgendwo bei einer Kreuzung auf der Strecke zwischen Hollywood und Valleymount bei den Wicklow Mountains in Ostirland haben wir angehalten um ein Photo vor dem Schild "Hollywood" zu schießen. Plötzlich haben wir ungewöhnlich viele Schafe mähen gehört. In der Kurve ist ein langsam fahrender Jeep erschienen und hinter ihm Dutzende von Schafen, von einem anderen 4x4 gefolgt. Fünf andere Wagen standen schon im Stau. Glücklicherweise fahren auf diesen irischen Nebenstraßen nur wenige Autos.

Da wir bei einer T-Kreuzung standen, habe ich gewartet, ob die Schafe den richtigen Weg wählten. Der Jeep ist nach rechts abgebogen. Die Schafe haben kurz zögernd gestoppt, aber der Jeep hat auf sie gewartet und erst wenn das erste Schaf ihm gefolgt hat, hat sich die ganze Prozession wieder in Bewegung gesetzt.

Und der Schäferhund? War ganz hinten. Von Seite zu Seite gelaufen als ob es gar nicht seine Arbeit wäre, die Schafe zu vertreiben.

04.03.2007

Burg Guttenberg

Die Ruinen der Burg Guttenberg kann man am einfachsten aus dem Dorf Schweigen erreichen, wenn man vom Deutschen Weintor dem Waldweg nach Nord-Westen Richtung Drei Eichen folgt. Der Weg ist allerdings gut geschildert und erst in den letzten paar Metern muss man ein bisschen hinaufsteigen.

Seit dem zwölften Jahrhundert, wenn Guttenberg zum ersten mal erwähnt wurde, hat er verschiedene Besitzer gehabt. Obwohl es in der Umgebung noch mehrere andere Burgen gibt, auch nach seiner Zerstörung in 1525 gab es hier im Mundatwald noch immer keinen Frieden. Auch nach dem zweiten Weltkrieg hat die französische Armee die Burg nochmal für fast vierzig Jahre besetzt.

Wir waren hier schon vor einem Jahr. Damals hat es stark geregnet und wir haben niemanden getroffen. Diesmal war das Wetter wunderschön, was auch zufolge viele Touristen hatte.

17.02.2007

Ouvrage de Schoenenbourg

Nördlich von Hunspach macht die Kreisstraße D76 einen großen Bogen rund um einen grünen Berg mit einer Betonkappe. Hier hat die französische Regierung Anfang dreißiger Jahren letztes Jahrhunderts einen riesigen Bunker für fünfhundert Soldaten, als Teil der Verteidigungslinie gegen Deutschland gebaut.

Im Sommer kann man den Bunker besichtigen, jetzt konnte ich mir aber in der Ruhe des Samstagmittags vorstellen, wie es hier vor fast siebzig Jahren aussah.

Hunspach

An diesem schönen Samstag Mitte Februar habe ich ein Teil der Maginot-Linie in Nordelsass gefolgt. Auf der Kreisstraße D76, zwischen Hoffen und Vogesen, befindet sich das Dorf Hunspach, das zu fast hundertfünfzig "schönsten Dörfern Frankreichs" gehört.

Im Dort findet man fast ausschließlich nur schöne alte Fachwerkhäuser, unter denen mehrere auch Unterkunft anbieten.

Im Süden des Dorfes gibt es auch ein Touristenbüro, das aber nur unter der Woche (9-12 und 14-17) und am Samstag früh (9-12) fast wie eine Bank geöffnet ist, was ich am Samstag um halb eins schon ein bisschen komisch fand. Familien, die in der Region wohnen, würden das Dorf wahrscheinlich eher am Wochenende besuchen, um dort zu essen und kurz spazieren gehen. Oder gibt es so viele Schulbussen, die her unter der Woche kommen?

08.10.2006

Bretten

Auf dem Weg von Karlsruhe nach Maulbronn bin ich an diesem wunderschönen Herbstsonntag über Bretten gefahren. Die alte Stadt befindet sich auf einem nicht so steilen Berg und ist als Fußgängerzone für Fahrräder eine gute Gelegenheit sich die traditionelle Architektur anzuschauen und sich in zahlreichen Cafés und Imbisses zu erfrischen.

20.08.2006

Camping Les Chênes Blancs in Gargas

Im letzten Dorf vor Apt habe ich ein Schild mit dem Symbol eines Campingplatzes gesehen. Es war schon fast dunkel und da ich heute nicht mehr weiter fahren wollte, folgte ich lieber diesem Schild.

Erst nach mehr als einem Kilometer in der Nordrichtung habe ich einen Mann in seinem Garten gefragt, ob ich richtig bin. Er hat es mir nicht nur bestätigt, sondern auch den Campingplatz gelobt: „Ich habe dort zwar nie gezeltet, kenne aber den Chef persönlich.“ Dann konnte es natürlich kein schlechter Campingplatz sein.

Da ich im Camping viele Autos aus Deutschland sah, fragte ich die offensichtlich gelangweilte Frau beim Empfang auf Deutsch:

-- Guten Abend. Sprechen Sie Deutsch?
-- ???
-- Do you speak English?
-- ???
-- Alors, est-ce que vous parlez AU MOINS français?

Auf diese meine letzte Frage „Sprechen Sie WENIGSTENS französisch?“ hat sie ganz begeistert geantwortet: „oui, oui!“

Ich habe mir einen Platz ausgesucht, mich und die Kleider gewaschen und etwas gegessen. Da mein Handy nach vier Tagen wieder fast leer war, bin ich mit dem Ladegerät zu einem benachbarten Wohnwagen gegangen, in dem zwei ältere Damen saßen, die miteinander holländisch gesprochen haben.

Da ich aber kein holländisch verstehe und eine konnte kein französisch, während die andere kein deutsch, musste jeder von uns drei immer alles zweimal sagen.

Der Akku war bald wieder voll und ich ganz müde. Campingplatz war ruhig, nur eine ganz kleine Katze hat irgendwo bei meinem Fahrrad gespielt. Trotz ihren Geräuschen bin ich fast eingeschlafen, als mir die Katze plötzlich aufs Bauch gesprungen ist. Meine Hand war schneller. Ganz nah in die Augen habe ich der Katze gesagt: „Machst du es nochmal, benutze ich dich als ein Kopfkissen.“

Damit hat mir die Diplomatie eine ruhige und erholsame Nacht gesichert.

Roussillon, das Provenzalische Colorado

Alles ist rot in Roussillon. Hauptsächlich mein Gesicht, nach dem ich versucht habe, so schnell wie möglich, die Serpentinen hochzuklettern. Die Sonne ging schon fast unter, die Straßen waren voll von Touristen und ich habe noch nicht gewusst, wo ich übernachten werde.

Roussillon ist das Zentrum des Provenzalischen Colorados, das sehr reich an ockerhaltige rote Erde ist. Leider hatte ich nicht die Gelegenheit die Orte zu besuchen, wo es wie in Colorado aussieht. Vielleicht nächstes mal.